Oscar
Sonntag, Dezember 30th, 2007Ein kleiner, verschreckter, ca.1jrg. Rattenkastrat aus einer Wohnungsräumung wurde in meine Gegend vermittelt.
Bei der Platzkontrolle und der Nachkontrolle wurden erhebliche Mängel festgestellt, die den Verbleib des Tieres dort nicht zuließen. Auf Wunsch des ursprünglich vermittelnden Vereins bat ich um Herausgabe des Tieres. Da die Person angab, das Tier würde sie eh nicht mögen, sie werde sich ein freundlicheres Tier kaufen, wurde mir das Tier an der Haustür einen Tag vor Weihnachten bei Eiseskälte ausgehändigt.
Meine Bitten, doch noch wenigstens eines der Weibchen mit zu geben, damit er nicht alleine bleiben müsse, wurden dem Tier nicht erfüllt. Näheres möchte ich zu dieser “Tierfreundin” nicht sagen, da es auch um den Verbleib der restlichen drei Ratten geht. Der Amtsveterinär wurde bereits eingeschaltet.
Der kleine Oscar erholte sich einige Tage bei mir. Wobei mir auffiel, daß er hochwertiges Rattenfutter offenbar nicht kannte. Mit etwas gekochten Kartoffeln war er hochzufrieden. Auch verließ er kaum sein Häuschen, die Hängematte mit seinem Tuch ignorierte er völlig. Er wirkte völlig verstört, vermißte ganz deutlich seine Weibchen. Er hatte wieder einmal Alles verloren. Nur wie kann man einem Tier erklären, daß es nur zu seinem Besten ist?
Aber zum Glück gibt es ja Kathi. Kathi hat zwei Mädelsgruppen und war auf der Suche nach einem Kastraten. Als sie von dem Schicksal des Kleinen hörte, sagte sie sofort, ohne ihn gesehen zu haben, sie würde ihn aufnehmen. Inzwischen ist er dort angekommen und hat sich als liebenswürdiger Rattz entpuppt, der die Streicheleinheiten seines neuen Frauchens absolut entspannt genießt.
Ja, so ein Tierchen spürt eben genau, wer es gut mit ihm meint.








