Heutige Rundmail:
Dienstag, September 26th, 2006Hallo liebe Tierfreunde,
viele warten ja schon auf weitere Informationen, wie sich diese
Aktion entwickelt.
Darum hier ein Bericht, über das, was inzwischen geschah:
Für die erste Reihe waren insgesamt 46 Tiere vorgesehen.
Bis auf 6 Tiere durften alle nach der Blutentnahme wieder aus der
Vollnarkose aufwachen.
Den anderen 6 Tieren mußte eine so große Menge Blut abgenommen
werden, daß ein Überleben danach nicht möglich gewesen wäre.
Somit durften insgesamt in der ersten Reihe 40 Tiere überleben.
Bei einem Weibchen wurde an einer Kniefalte ein kleiner, gut
abgegrenzter Tumor festgestellt. Dieser wird noch von den Ärzten im
Labor operativ entfernt werden. Damit sie die Zeit, bis die OP
abgeschlossen und alle Narben verheilt sind, nicht alleine in einer
Box sein muß, hat man ihre beiden Partnerinnen auch zurückbehalten.
Alle drei Tiere dürfen danach auch das Labor lebend verlassen!
Somit konnten aus dieser Reihe insgesamt 37 Tiere am letzten Freitag
das Labor verlassen.
Am Samstag fuhr ich dann von Würzburg nach Nürnberg und traf ich mich
dort zur Übergabe der Tiere mit jemandem aus dem Labor.
All die Tiere in ihren Makrolonwannen zu sehen, aber dennoch in
Freiheit, den Anblick vergesse ich so schnell nicht! Zum Glück ist
mein Freund gefahren, ich wäre viel zu aufgeregt gewesen.
Wir brachten dann zunächst 8 Tiere zu einer Bekannten. Dort werden
sie bis Donnerstag liebevoll und mit viel Ruhe versorgt. Am
Donnerstag werden sie von dort nach Mannheim in das dortige Tierheim
gefahren. Das Tierheim Mannheim (wie einige, leider nur wenige andere
Tierheime/Tierschutzorganisationen auch) hat Asyl für bis zu 12 Tiere
zugesagt.
Dann fuhren wir, d.h. mein Freund war die gesamte Strecke der Fahrer,
bis hoch nach Bickenbach, Nähe A45. Auf dem Weg dorthin durften 7
Tiere in ihr endgültiges Zuhause einziehen, 3 sind noch kurzzeitig in
einer privaten Pflegestelle und 18 in einem Tierheim.
Nach 14 1/2 Stunden waren wir wieder in Würzburg.
Müde, erschöpft, aber glücklich.
Und mit zwei Laboris, die bei mir bleiben werden:
Einer Ratte müssen aufgrund einer Zahnfehlstellung alle vier Wochen
die unteren Zähne gekürzt werden.
Und eine andere Ratte, selbst erst im Mai diesen Jahres geboren, (ich
habe nicht gefragt aus welchem Versuch an der großen Uni München sie
nun genau ist) hatte im August einen Kaiserschnitt bekommen müssen,
da sie sonst während der Geburt gestorben wäre. Die kleine Nase mit
ihrem noch kahlen Bauch und noch einigen kleinen Narbenknubbeln, darf
der Zahnfee Gesellschaft leisten.
Inzwischen habe ich schon die ersten Fotos und mails bekommen, wie
sich die Ratten entwickeln. Keine scheint die Laborpellets als Futter
zu vermissen.
Alle erkunden neugierig ihre Umwelt. Und wenn ich an die ersten
Schritte denke, die all diese geretteten Seelen in ihrem neuen Leben
gemacht haben,
dann kann ich mich einfach nur freuen. Und dankbar sein all denen,
die den Tieren damit das Leben gerettet haben.
Im Labor in München geht es nun am 2.10. mit der zweiten Reihe des
Versuchs weiter.
Diesmal wird insgesamt nur 37 Tieren in einer zweistündigen
Vollnarkose Blut abgenommen werden.
Ich hoffe, daß diesmal alle Tiere aufwachen und später dann auch
lebend ausreisen dürfen.
Daher bitte ich Sie/Euch alle, auch diese Information einfach wieder
weiter zu geben. Damit wir natürlich nicht nur diese 37 in Kürze
freikommenden Tiere in gute Hände vermitteln können, sondern auch die
Tiere aus den zwei letzten Versuchsreihen im Dezember und Januar noch
Plätze finden werden.
Und noch eine Bitte habe ich: All diejenigen, die sich schon fest zur
Aufnahme von Ratten aus dieser Rettungsaktion entschlossen haben,
bitte schickt mir per mail, sofern nicht bereits geschehen die
komplette, vollständige Anschrift, die genaue Zahl der Tiere, die
aufgenommen werden können und eine Telefonnummer. Sofern jemand noch
nicht volljährig ist, bitte auch die Kontaktdaten der
Erziehungsberechtigten, damit ich auch deren Einverständnis einholen
kann.
Da ich diese Aktion neben Beruf und den eigenen Notfellchen
organisiere und soweit als möglich auch die Transporte mache, bitte
ich um Verständnis, daß ich Plätze aus einer Region nach Möglichkeit
zusammenfasse. Zudem brauche ich immer eine berechtigte Person, die
mir die Tiere aus dem Labor herausbringt. Es wäre schön, wenn Plätze,
die heute den Tieren angeboten werden, auch noch im Dezember oder
Januar für die Tiere erhalten bleiben.
Es geht uns in erster Linie doch allen darum, die Tiere zu retten.
Und nicht unbedingt jetzt, hier und heute ein, zwei oder mehrere
Tiere zu bekommen.
Auch wenn ich beim Anblick dieser kleinen Wesen jeden verstehe, der
es vor Vorfreude kaum noch erwarten kann.
Mit unendlich dankbaren Grüßen
Christine
